Nicht nur unsere Zinsen werden von der
Inflation aufgefressen. Auch Weihnachten erlebt eine Inflation.
Der Wert dieses Wunders, dieses Festes der Kindheit und der
Versöhnung nicht zuletzt mit Gott wird in demselben Maße geringer,
in dem Werbung und Geschäfte zunehmen.
Als Kind war ich für Werbung sehr empfänglich.
In der Vorweihnachtszelt flüchtete ich mit dem Prospekt eines
Spielzeugladens in ein stilles Eckchen, um all die Feuerwehrautos,
Eisenbahnen und Indianer zu bestaunen. Ich wollte das nicht alles
besitzen, ich wollte es nur anschauen und genießen.
Apropos Indianer. Zuerst hielt ich natürlich zu
den Cowboys. Und es war mein Vater, der aufmerksam meine
kindlichen Äußerungen wahrnahm und mich darauf hinwies, dass die
Indianer einen Freiheitskrieg führen, den die Welt der Weißen
erfolgreich vertuscht oder, was fast noch schlimmer ist,
erfolgreich vermarktet.
Von diesem Tag an nannte ich mich Tashunka
Witko, Verrücktes Pferd.
Ich war vielleicht sieben oder acht Jahre alt, als ich meine
Mutter in die Stadt begleitete, ...