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Buchtipp Von
Alfred Keil Rüdiger
Geis - „Das Haus in der Lika” Nur wenige Bücher geißeln den Aberwitz des Krieges wie dieser Roman. Und doch kann auch dieses Dokument nicht erklären, wie es möglich ist, dass Nachbarn, die sich Jahrzehnte lang mit Rat und Tat zur Seite standen, einander plötzlich hassen müssen, nur weil sie verschiedenen ethnischen Gruppen angehören. Auch nach dem Krieg, dem so genannten Jugoslawien-Krieg, ist diese harmonische Nachbarschaft nicht mehr möglich. Es ist, als wache ein Dämon darüber, dass nichts, aber auch gar nichts mehr so sein darf, wie es einmal war. Noch etwas gelingt dem Dillenburger Journalisten Rüdiger Geis, der einige Jahre in der Nachrichtenredaktion der Wetzlarer Neuen Zeitung arbeitete und heute in Gießen tätig ist. Er schildert die Liebe zwischen einem jungen deutschen Urlauber und einer kroatischen Studentin auf so glaubwürdige Art und Weise, dass der Roman sich ständig weiter auffächert und auf seinen verschiedenen Ebenen zum eindringlichen Appell für ein humanistisch aufgeklärtes Europa wird. Rüdiger Geis widersteht der Gefahr der romantischen Verbrämung dessen, was zwischen Sonia und Tom passiert. Der Krieg reißt die Liebenden auseinander. Beide gehen andere Bindungen ein, die ebenfalls scheitern. 14 Jahre nach seiner ersten Liebe in Jugoslawien macht sich Tom noch einmal auf den Weg, um herauszufinden, was aus der verschollenen Sonia geworden ist. Tom gerät in große Gefahr für Leib und Leben. |