Buchtipp

Von Alfred Keil
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Rüdiger Geis: ". . . dann wirf den ersten Stein. Herborn-Sinn-Krimi"
Schardt Verlag Oldenburg
ISBN 978-3-89841-459-3
€ 12,80

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Karl und Heinrich waren unzertrennliche Freunde, sie spielten in derselben Fußballmannschaft, sie hatten auch denselben Geschmack. Deshalb verliebten sie sich in dasselbe Mädchen. Die böse Saat ist gesät. Aber es vergehen Jahrzehnte, bis sie, für alle sichtbar, aufgeht.

Karl geht dem Freund aus dem Weg. 20 Jahre hält er sich im kanadischen Wilden Westen auf. Doch als er wieder nach Hause kommt geschieht das Unfassbare: Er erschießt sich. Oder ist es Mord?

Nun überschlagen sich die Ereignisse. Gerüchte sind im Umlauf. Eine junge Jugendpflegerin, die den Toten "Onkel Karl" nennt, ermittelt. Und schnell erfährt sie, dass sie in die Geschichte verstrickt ist, zumal sie Karls gesamte Habe erbt.

All das geschieht in Herborn und Sinn. Dieser so genannte Regionalkrimi stammt aus der Feder des Journalisten Rüdiger Geis, der in Sinn zu Hause ist. Geis, der lange Jahre in der Nachrichten-Redaktion der Wetzlarer Neuen Zeitung arbeitete und heute in Gießen seine Brötchen verdient, beherrscht sein Metier. Seine Sprache ist wie eine Kette: Ein Glied greift ins andere. Keine Stolperer, keine Ungenauigkeiten. Die Erzählung fließt wie stilles Wasser und dann wieder wie ein reißender Gebirgsbach.

Der Stoff ist nicht ganz neu. Rüdiger Geis hat ihn nämlich schon einmal verfilmt. Premiere war 2005 in Dillenburg. Nun hat er das Drehbuch zu einem gelungenen Roman umgeschrieben.

Nicht jeder Krimi im Fernsehen ist so spannend wie dieser Herborn-Sinn-Krimi ". . . dann wirf den ersten Stein".