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Hinter den Weiden, Nacht
zum 1. Mai 2009
Zu treuen Händen
Ich vertraue meinen Händen
trotz der scharfen Ohnmacht,
die in den Gelenken gärt.
Sie haben schönes Spielzeug
ausgesägt, geschnitzt, gehämmert,
Steine punktgenau geworfen,
schreiben haben sie gelernt
und sich gefaltet: Vaterunser.
Haben auch vermacht, gehortet,
Kinder über einen Bach gehoben,
bunte Drachen auf den Wind gehißt,
und meinem Sohn und seinem Sohn
die Haare aus der Stirn gestrichen,
Bäume ausgeputzt im März,
die reife Frucht gebrochen
und ins Winterbett gelesen.
Venus aus der Jeans gepellt,
den dicksten Apfel ihr geteilt
und ihre tanggeschürzte Scham.
Sie haben Dur und Moll gegriffen,
stumpfen Bleistiftstummel,
der Akrostichen verschrieb.
Auch alte Bücher ausgegraben
und ein altes Schwert.
Doch einmal fallen sie
wie Staub zu Staub.
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