Buchtipp

Von Alfred Keil
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a.keil@mittelhessen.de

Siegfried Lenz: „Landesbühne“
Roman, 120 Seiten
dtv

ISBN 978-3-423-13985-4
€ 7,90

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Geteiltes Leid ist halbes Leid.

Zwei völlig verschiedene Männer teilen sich eine Gefängniszelle. Ein Intellektueller und einer, der sich in jeder Situation zurechtfindet. Sie brechen aus – im Bus einer Schauspieltruppe - und mischen das Kulturleben einer Kleinstadt auf.

„Landesbühne”: der kleine Roman des großen Norddeutschen Siegfried Lenz, den ich beim Lesen ständig mit Günter Grass verglichen habe. Bis ich wusste, was die beiden unterscheidet. Lenz hat, was Grass ein wenig fehlt. Und zwar den Abstand vom Sujet, der das genauere Beobachten ermöglicht und die gerechtere Beurteilung der Lage und der Befindlichkeit.

Lenz’ Duktus ist immer unaufgeregt und stimmig. Manchmal führte mich die Schilderung zurück in meine späte Jugendzeit, in der ich Manfred Hausmann und Werner Helwig las. Da herrschte Melancholie, die an alle verlorenen Paradiese erinnert, aus der sich schließlich die so genannte Nostalgie entwickelte, die plötzlich in aller Munde war.

Siegfried Lenz kann nicht nur meisterlich erzählen. Er hat auch Humor.