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geht's zum Bericht und zu den Bildern von dieser Etappe! |
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Die Etappe ist recht
lang. Normale Fußpilger benötigen dafür mehr als drei Tage. Von
Belorado geht’s hoch in die Oca-Berge (Montes de Oca) über die
Sierra de Atapuerca zur Matagrande-Hochfläche und hinunter nach
Burgos – schließlich weiter zum Zielort Castrogeriz.
Zum Glück befindet sich
der Ausgangspunkt Belorado (770 m) bereits in einer Höhe, die den
Dünsberg um 270 m überragt. Dieses Niveau wird so schnell nicht mehr
unterschritten - auch auf den nächsten Etappen nicht. |
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Die Aussagekraft von Strecken- und Höhenangaben
Die Strecken- und
die Höhenangaben sind zwar aufschlussreich. Sie sagen jedoch nichts
Genaues aus über die Schwierigkeiten, mit denen man unterwegs zu
konfrontiert wird. So ist es beispielsweise für unsere Jakobsradler
überhaupt kein Problem, an einem Tag 89 Kilometer zurückzulegen,
wenn der Untergrund unschwierig ist. Auch die 1345 Höhenmeter
erfordern keine übermäßigen Anstrengungen, wenn die Steigungen nicht
zu steil sind. Wenn man beispielsweise auf einer Strecke von 40 km
eine gleichmäßig verteilte Höhendifferenz von 1000 m auf gut
befestigten Wegen überwinden muss, merkt man die Steigung fast
überhaupt nicht. Wie Freddy Weis bereits berichtet hat, gibt es auf
dem Jakobsweg immer wieder kleine giftige Anstiege auf schwierigem
Untergrund. Auch wenn eine solche Rampe nur 30 Höhenmeter hat, ist
man, nachdem man sie bewältigt hat, zunächst einmal schlagskaputt.
Gut trainierte Radfahrer erholen sich danach sehr schnell. Wenn aber
10 oder 15 „Stiche“ dieser Art folgen, geht’s allmählich an die
Substanz.
Also – aus der Ferne
können wir die Schwierigkeit einer Etappe anhand der spärlichen
Informationen zu den Streckenverhältnissen nicht beurteilen. |
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Wir befinden uns
übrigens längst in der Autonomen Gemeinschaft Castilla y León. Das
kleine Rioja-Gebiet war nur ein kurzes Intermezzo.
Es geht über Tosantos
(818 m), Villambistia (868 m) und Espinosa (900 m) nach
Villafranca Montes de Oca (950 m).
Dieser Ort, dessen
Einwohnerzahl zwischen 30 (im Winter) und 150 (im Sommer) schwankt,
ist nichts anderes als eine ca. 1000 m lang bebaute Straße, ein
langgestrecktes Straßendorf. Er war bereits im 11. Jahrhundert
Bischofssitz. Die Lage in den Oca-Bergen brachte es mit sich, dass
die Pilger hier meist so lange Rast machten, bis sich eine größere
Gruppe zusammengefunden hatte, die sodann auf dem weiteren nicht
ungefährlichen Weg zusammenblieb. Die bereits im Jahr 1380 geründete
Pilgerherberge existiert heute noch. Sie soll alles andere als
komfortabel sein.
Weiter geht’s über
Valdefuentes (1120 m), den höchsten Punkt der gesamten bisherigen
Tour, nach San Juan de Ortega (1000 m), einem ehemaligen
Kloster, in dem sich eine Pilgerherberge befindet.
Über Agés (970 m)
gelangt man nach Atapuerca (955 m), der Heimat des homo
antecessor (Weltkulturerbe). |
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Die Ausgrabungsstätten von Atapuerca - Weltkulturerbe
1976 stießen
Forscher in der Höhle "Sima de los Huesos" bei Atapuerca auf höchst
interessante menschliche Fossilien - zunächst nur kleinere Fragmente
und Zähne, später (1992) sogar drei gut erhaltene Schädel. Man
stellte Merkmale des Homo erectus und auch Ähnlichkeiten mit dem
Neandertaler fest. Bis heute wurden in den 200 000 bis 300 000
Jahren alten Ablagerungen rund 1600 menschliche Fossilien entdeckt,
die mindestens 32 Individuen zuzurechnen sind.
Eine weitere sehr
bedeutende Fundstelle in der Sierra de Atapuerca ist die Höhle "Gran
Dolina". In den acht Meter mächtigen Grabungsschichten wurden u.a.
menschliche Fossilien. Andere Funde ermöglichten eine ziemlich
exakte Zeitbestimmung, so dass man zu der Erkenntnis gelangte, dass
die menschlichen Fossilien mehr als 780.000 Jahre alt sind. Deren
Merkmale erlaubten keine Zuordnung zu einer bis dahin bekannten
menschlichen Spezies. Man hatte also eine bisher unbekannte neue
Spezies gefunden und nannte diesen „Homo antecessor“. Es dürfte sich
dabei um den letzten gemeinsamen Vorfahren des Neandertalers und des
modernen Menschen handeln.
Homo antecessor
entwickelte sich vermutlich in Afrika und dürfte sodann die
Iberische Halbinsel besiedelt haben.
Die
Ausgrabungsstätten bei Atapuerca sind UNESCO-Weltkulturerbe. |
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| Es
folgt eine Hochebene, auf der Matagrande (1082 m), Villalval (970
m), Cardeñuela Riopico (935 m) und Orbaneja Riopico (925 m)
passiert werden, bis es ein wenig hinuntergeht über Villafria de
Burgos (880 m) nach Burgos (860 m) mit der Kathedrale,
die ebenfalls in die Liste der Welterbestätten aufgenommen wurde.
Burgos hat rund 180 000 Einwohner. Es ist die Hauptstadt der
gleichnamigen Provinz der Autonomen Gemeinschaft Kastilien-León (Castilla
y León). |
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Die Kathedrale von Burgos - Weltkulturerbe
Mit dem Bau der
prächtigen gotischen Kathedrale von Burgos, die Erzbistumssitz ist,
wurde 20. Juli 1221 begonnen. Die Bauarbeiten waren 1567
abgeschlossen. Bis 1734 wurden noch um- und Ergänzungsbauarbeiten
ausgeführt. Während der ewig langen Bauphase ließen sich die
Bauherren von den großen gotischen Kathedralen im übrigen Europa,
insbesondere in Frankreich und in Deutschland, inspirieren. Seit
1887 hat sie den Status eines Nationaldenkmals (Monumento Nacional).
Seit 1984 ist sie UNESCO-Weltkulturerbe. Wer als Jakobspilger nicht
dieses architektonische Glanzstück besichtigt hat, dem fehlt eine
unverzichtbare Jakobsweg-Erfahrung. Es ist eines der Top-Highlights.
Die wesentlichen
Daten:
Gesamtlänge
der Kathedrale: 106 Meter
Breite am Hauptschiff: 26 Meter
Breite am Querschiff: 59 Meter
Höhe der Kuppel über dem Querhaus: 54 Meter
Höhe der Haupt- oder Westfassade: 58 Meter
Höhe der Türme: Jeweils 88 Meter
19 Kapellen, 35 Gitter, 38 Altäre und ca. 60 Säulen
Wegen der
weiteren Einzelheiten verweise ich auf die sehr ausführliche gute
Beschreibung auf Wikipedia. |
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Leider fällt ein
abendlicher Besuch von Burgos aus, da es weiter geht über
Villalbilla de Burgos (830), Tardajos (820 m), Rabe de las Calcadas
(830 m), Hornillos del Camino (820 m), Sambol (880 m), Hontanas (870
m) und Convento de San Antón (800 m) nach Castrojeriz (820
m), einem Ort mit knapp 900 Einwohnern, der nur noch teilweise
bewohnt ist. Sehenswert sind die romanische Stiftskirche Colegiata
Santa Maria del Manzano aus dem 13. Jahrhundert, die Pfarrkirche
Santo Domingo, die Kirche San Juan (12.-14. Jahrhundert) und die
Burgruine Castrum Sigerici aus dem 8. Jahrhundert.
Nach der langen Etappe
wird es den Jakobsradlern vermutlich ziemlich egal sein, in welchem
Umfeld ihre Herberge gelegen ist. Hauptsache, man kann gut essen,
gut trinken und gut schlafen. |
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