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2. Februar 2012
Orientierungssuche
(
als PDF-Datei)
In der guten alten Zeit ernährte
unser Bahnhof über 20 Familien. Heute besteht das Personal dort aus zwei
Automaten. Wir gehen mit der Zeit. Aber bei weitem nicht alles wird
dadurch besser und angenehmer. Ich benutze Internet und Facebook, doch
ich kann nicht behaupten, dass meine Lebensqualität zugenommen hat. Im
Gegenteil, diese ganze Geschichte ist ein Zeitkiller, schlimmer noch als
die schon in die Jahre gekommene Glotze.

16. September 2011 - Alfred Keil mit Petra
Heinl und Manfred Weller ("Lamentierholz") in der Großen-Busecker
Katholischen Bücherei
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„Kommt Zeit, kommt Rat”, sagten
unsere Altvorderen. Heute müsste man sagen: Die Zeit ist viel zu
schnell, um Rat zu suchen oder zu finden. In der modernen
abendländischen Welt ist die Zeit eine eigenständige Macht, die den
Menschen unnachgiebig unter Druck setzt.
„Alles zu seiner Zeit”, mahnte
der Prediger Salomo. „Die Zeit ist aus den Fugen”, klagte Shakespeare.
„Time is money -- Zeit ist Geld”, tönt ein englisches Sprichwort. Goethe
hingegen resignierte: „Die Zeiten sind vorbei.”
Da ich kein Naturwissenschaftler
bin, suchte ich zuerst in der Literatur nach dem Wesen der Zeit. „Auf
der Suche nach der verlorenen Zeit” befand sich Marcel Proust (1871 –
1922) in seinem mehrbändigen Jahrhundertroman, der aber nicht hält, was
sein Titel verspricht. Die Stippvisite bei Albert Einstein brachte mir
ebenfalls keine nachhaltige Beruhigung. Für Steven Hawking, der im
Januar 70 wurde, fühle ich Hochachtung, folgen kann ich ihm jedoch
nicht, zumal er das Weiterleben nach dem Tod bestreitet. In Anlehnung an
Einstein ist dieser Popstar der Wissenschaft auf der Suche nach einer
Formel, mit der sich die widerstreitenden Theorien über Relativität und
Quantenphysik zusammenfügen lassen.
Das Jahr ist noch jung. Das
Jahrhundert auch. Doch ich bin es eigentlich nicht mehr. Mit der
Vergangenheit kann ich inzwischen ganz gut umgehen. Ich bestehe darauf:
Die Geschichte lehrt uns Verantwortung, die aus der Erinnerung erwächst.
Wer an den Holocaust denkt, wird mit Sicherheit verhindern wollen, dass
er sich wiederholt.
Die wichtigste Zeit ist die
Gegenwart. Die Frucht dieser Gegenwart ist die Zukunft, die wir noch
nicht kennen. Immer jetzt handeln wir. Nicht morgen und nicht gestern.
Nur jetzt haben wir die Freiheit, etwas zu tun oder zu lassen.
Wir sind auf Orientierungssuche.
Orientierung wird täglich schwerer, weil die Palette der Möglichkeiten,
Informationen und Reize stündlich breiter wird. Wer sich nicht abgrenzt
gegen diese Flut, verliert schließlich den Verstand.
Unsere Vorfahren hatten es noch
einfacher, denn für sie galt in allen Lebensbereichen die einende
Sinnformel Gott. Heute gibt es eine andere Sinnformel: Profit
und Konsum. Eine Antithese wäre Genügsamkeit. Aber wenn ich
Genügsamkeit predige, werde ich ausgelacht. Fest steht auf jeden Fall:
Hände, die alles zur gleichen Zeit an sich reißen und festhalten wollen,
sind bewegungsunfähig. Es ist notwendig, immer wieder loszulassen. Auch
Menschen, die uns ständig schaden und hintergehen, sollten wir nicht
krampfhaft umarmen.
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Frederik Hetmann / Alfred Keil: „Indianer
heute. Bericht über eine Minderheit. Information für Jugendliche.“
BELTZ Weinheim, 1977.
Noch zu haben im Antiquariat für etwa 5 Euro.
ISBN: 3-407-84009-8 - www.ZVAB.com
Angelo Niklas: „Verschwörungen“.
Gedichte.
Bläschke, St. Michael, Austria, 1984 (vergriffen).
Angelo Niklas: „Mein Neues Lied“.
Gedichte.
Gregor M. Mayer, Kaufering, 1986.
ISBN: 3-924850-34-8.
Angelo Niklas / Hanne Kiwull / O.W. Bringer:
„Oktoberlied“.
Gedichte der Preisträger des Lyrischen Oktobers 1986. Edition L,
Hockenheim.
ISBN: 3-924600-33-3.
Angelo Niklas: „Unterm Lärchenvorhang.
Altmodische Liebesgedichte“.
Edition Fischer, Frankfurt, 1991.
ISBN: 3-89406-370-X.
Angelo Niklas: „Triptychon“.
Gedichte aus den Zyklen „Mein Neues Lied“, „Der Augapfel“,
„Unterm Himmel“.
Gregor M. Mayer, Kaufering, 1992.
ISBN: 3-924850-35-6.
Angelo Niklas: „Die Welt des Roten
Barbaren“.
Lyrik.
Privatdruck von Hans-Christian Kirsch in der Einhorn-Presse
Nomborn/Westerwald, 1996.

Angelo Niklas: „Die Angst des Windes.
Gedichte und Lieder“.
Avlos-Verlag, Duisburg, 2001. 10 Euro.
ISBN: 3-92963459-7.
Angelo Niklas: „Orpheus auf der Arche
Noah. Volkstümliche Kunstlieder“.
Busecker Schule, 2002. 4 Euro.
ISBN: 3-00-008327-8.
Alfred Keil: „Morgen schenke ich dir
Deutschland. Lange und kurze Geschichten.“
Avlos-Verlag, Duisburg, 2005. 12,80 Euro.
ISBN: 3-929634-62-7.
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